Für alle anfallenden Wäschearten, wie empfindliche Funktionstextilien von Feuerwehren, beim Sanität und Sport, sowie empfindliche Bewohnerwäsche, Inkontinenzwäsche, Heimtextilien wie Bettwäsche und Frottierwaren, Duvets und Vorhänge oder stark verschmutzte Küchenwäsche müssen optimale Wasch- und Desinfektionsmittel gefunden werden, die sauber und hygienisch reinigen und auch die Umwelt nicht belasten. Dabei sorgen speziell abgestimmte Waschverfahren für höchste Wirksamkeit und Effizienz.
Die Büfa Reinigungssysteme GmbH & Co. AG aus Oldenburg, Deutschland, bietet intelligente Systeme für perfekte Waschhygiene. Deren Forschung und Entwicklung optimiert kontinuierlich Qualitätsprodukte sowie Verfahren für die heutige Textilpflege.
In der Schweiz wird Büfa seit 35 Jahren von der Chemie AG vertreten. Ein ausgewiesener Fuchs punkto Waschhygiene und Dosiersysteme ist Ruedi Arnold. Als Verkaufsleiter der Chemie AG kennt er die Branche seit 25 Jahren und hat insbesondere in der Anwendungstechnik ein beachtliches Know-how gesammelt. So ist er bei Kunden vor Ort, programmiert vorhandene Dosieranlagen, weiss um die richtige Zusammenstellung der Hilfsmittel und führt Schulungen durch. Dabei ist der Know-how-Transfer von entscheidender Wichtigkeit. „Der Reinigungsprozess beginnt bereits bei der Planung, in die ich frühzeitig involviert werde, um mein Wissen einzubringen.“
Ruedi Arnold kennt die Ansprüche von Hotels, Heimen, Spitälern, Wehrdiensten und Sportstätten sowie der Industrie und weiss, worauf es für ein perfektes Ergebnis ankommt. „Die Anforderungen an saubere Wäsche sind heute immens. Kontinuierlich entwickeln Wachmaschinenhersteller neue Modelle, entsprechend müssen auch Dosiersysteme und Hilfsmittelzusammensetzungen angepasst werden.“ Hier ist Zusammenarbeit mit Waschmaschinenherstellern gefragt. „Genau. Wir stehen daher in engem Kontakt mit Unternehmen wie Schulthess Maschinen AG, Miele und Elektrolux – um nur einige zu nennen. Gleichzeitig tüfteln Chemiker an funktionellen Produkten, die einerseits sauber reinigen, andererseits die Umwelt nicht oder nur wenig belasten.“
Nassreinigung auf höchstem Niveau
„Ein Waschverfahren, das sich immer mehr durchsetzt, ist das Wet-Clean-Verfahren, das Dr. Manfred Huppertz bereits im Jahr 1995 als wesentliches Reinigungsverfahren der Zukunft propagiert hat. Dr. Huppertz wartechnischer Gesamtleiter bei Büfa im Bereich Reinigungssysteme und ist heute mit seiner Firma Cleanahead Consulting selbständiger Berater in der Textilpflegebranche.
Zur Dienstleistung „Textilpflege“ gehört nebst der Reinigung in organischen Lösungsmitteln auch die Nassbehandlung. „Durch die Entwicklung frei programmierbarer, professioneller Nassreinigungsmaschinen in Kombination mit Trocknern und optimierten Finishgeräten ist die wässrige Textilpflege zu einem bedeutenden Faktor für den Textilreiniger geworden“, betont der versierte Verkaufsleiter der Chemie AG. „Die Vorführungen werden rege besucht. Es sind bis zu 150 Heime, die sich momentan für solche Wet-Clean-Veranstaltungen interessieren“, ergänzt ein sichtlich zufriedener Ruedi Arnold. „Die professionelle Nassreinigung ist allerdings mehr als eine normale Schonwäsche. Sie umfasst nebst der gezielten Detachur von Verfleckungen eine optimal auf die Textilien abgestimmte Behandlung in der Maschine mit Schmutzentfernung, Faserschutz und Vorfinish sowie eine schonende Trocknung als Vorbereitung zu einem einfachen Endfinish.“
Damit stellt sich die Nassreinigung als eine Reinigung von Textilien im Lösungsmittel“ Wasser dar. Aufgrund dieser Betrachtungsweise lässt sich das Verfahren in folgende Schritte aufteilen: Sortierung, Detachur, Reinigungsprozess, Ausrüstung, Finish.
Verfleckungen richtig vorbehandeln
Die für die Schonung der Artikel notwendigen milden Prozessbedingungen machen es notwendig, alle hartnäckigen und fixierten Verfleckungen vorzubehandeln. Hierfür stellt Büfa die Detafix-Marken Blotol, Tanol, Tintol, Color und Rostol zur Verfügung. Mit diesen fünf Produkten lassen sich normale Flecken punktgenau behandeln und spülen sich während des Waschens problemlos aus. Stärkere Versionen, die allerdings ein gewisses Know-how auf dem Gebiet des Detachierens voraussetzen, finden sich in der Detaprofi-Serie Blodex, Tanex, Lacex, Medex und Ferex wieder.
Für Harze, Kleber und Lacke empfiehlt das Unternehmen das Detachiermittel Detasolv. Es besteht aus einer Lösungsmittelkombination und entfernt vor oder nach der Wäsche diese hartnäckigen Verschmutzungen. „Allgemeinverschmutzungen – zum Beispiel an Hemdenkragen, Hosentaschen, Manschetten – werden grossflächig mit dem Anbürstmittel Oldopal Forte oder dem speziell für Fettverschmutzungen entwickelten Ultra Clean behandelt. Beide Produkte werden mit Wasser verdünnt aufgebürstet oder aufgesprüht“, erklärt Ruedi Arnold die Möglichkeiten optimaler Fleckenvorbehandlung. „Die bestmöglich vorbereiteten Bekleidungsstücke werden dann mit speziell auf die Textilien abgestimmten Programmen in der Nassreinigungsmaschine gereinigt. Hierbei handelt es sich theoretisch um eine in der Maschine durchgeführte Handwäsche. Es muss dabei besonders auf eine geringe Mechanik geachtet werden, um empfindliche Fasern wie Wolle nicht zu zerstören.“
Das richtige Waschmittel
Neben abgestimmten Maschinenparametern fällt den eingesetzten Waschmitteln eine besondere Bedeutung zu. Hier kommt es nicht nur auf eine gute Reinigungskraft an, sondern auch auf Materialschonung und Faserschutz. Mit dem bewährten und auf dem neuesten Stand der Technik stehenden Oldopal Basic werden diese Bedingungen erfüllt. „Spezielle Tenside aus nachwachsenden Rohstoffen, Eiweissen und Zuckern leisten selbst unter den schonendsten Bedingungen gute Arbeit“, erörtert Ruedi Arnold.
Ein Stabilisatorsystem aus natürlichen Collagenen und Cellulosepolymeren schützt Woll- und Baumwollfasern nachhaltig vor Beschädigungen. Ein zusätzliches Puffersystem sorgt dafür, dass die Waschflotte trotz alkalischer Detachiermittel oder eingetragenem Schmutz immer im leicht sauren Bereich liegt. Diese saure Einstellung der Flotte ist besonders für wollhaltige Artikel wichtig, da es sonst zu einer Schrumpfung und Verfilzung kommen kann.
Durch den Gebrauch der Bekleidungsstücke, aber auch durch das Nassreinigungsverfahren gehen Ausrüstungen und Stabilisatoren der Textilien und Fasern verloren. Mit Oldopal Prefinish steht ein Produkt zur Verfügung, das neben der Ausrüstung auf natürlicher Basis auch das Krumpfverhalten, die Knitteranfälligkeit und die Antistatik der behandelten Garderobe positiv beeinflusst. Dadurch verringert sich der Bügel- und Finishaufwand, was zu einer enormen Zeitersparnis führt.
Werterhalt und Faserschutz
Zur Werterhaltung und als Faserschutz für alle Textilien rät
Ruedi Arnold zu einer Ausrüstung mit Fluorcarbonharz-Zubereitungen. Diese rüsten nicht nur wasserabweisend, sondern auch schmutz- und ölabweisend aus, ohne dabei die Atmungsaktivität des Gewebes zu beeinflussen. Die ökologisch und ökonomisch sinnvollste Applikation dieser Gewebeschutzausrüstung wäre das Sprühverfahren, da so nahezu 100 Prozent der aufgebrachten Produktmenge auf der Garderobe verbleiben. In einem Badverfahren ziehen nur rund 70 bis 80 Prozent auf die Ware auf. Die zu den führenden Marken gehörenden Produkte Terasit + Scotchgard, Terasit FC und neu auch Terasit Lotus erfüllen diese Bedingungen in jeder Hinsicht. Mit allen drei Produkten lassen sich auch Skianzüge, Daunenjacken und Membrantextilien (Sympatex oder Goretex) optimal ausrüsten und imprägnieren.
Aber nicht nur Obergarderobe lässt sich in einer Nassreinigungsmaschine behandeln. Auch Oberbetten, Vorhänge, Sitzbezüge, Hemden, Skianzüge, Sportbekleidungen vom Pferdefreund bis zum Segler, Lederbekleidung, Sympatex-Jacken oder einfache Haushaltswäsche sind für eine Reinigung in solchen Maschinen geeignet. Für diese Anwendungen eignen sich die flüssigen Waschmittel Oldopal MWB, Oldopal L und Ozerna BME. Oldopal MWB ist ein hochkonzentriertes Waschmittel, das als universelles Waschmittel für stark durch Schmutz, Fett und Öl verunreinigte Textilien eingesetzt werden kann. Es zeichnet sich durch eine sehr gute Fettlösekraft bei gleichzeitig optimalem Schaumverhalten aus. Durch die hohe Konzentration an waschaktiven Substanzen ist die Einsatzmenge sehr gering.
Das richtige Waschmittel für Feines und Buntes ist Oldopal L. Spezielle Farbschutzkomponenten verhindern unerwünschte Farbübertragungen, komplex aufgebaute Tenside frischen die Farben auf und verhindern zugleich nachhaltig Vergrauungen und Ablagerungen auf dem Gewebe. Wird dagegen ein kräftiges Vollwaschmittel für stark verschmutze Baumwolle oder Mischgewebe verlangt, dann ist Ozerna BME die richtige Wahl.
Einfluss der Wasserhärte
Einfluss auf das Reinigungsresultat hat auch die Wasserhärte. „Wasserhärte“ ist (nach Wikipedia) ein Begriffssystem der angewandten Chemie, das sich aus den Bedürfnissen des Gebrauchs natürlichen Wassers mit seinen gelösten Inhaltsstoffen entwickelt hat. Konkret wird mit Wasserhärte die Äquivalentkonzentration der im Wasser gelösten Ionen der Erdalkalimetalle, in speziellen Zusammenhängen aber auch deren anionischer Partner, bezeichnet. Zu den „Härtebildnern“ zählen im Wesentlichen Calcium- und Magnesiumionen sowie in Spuren Strontium- und Bariumionen. Diese gelösten Härtebildner können unlösliche Verbindungen wie Kalk und Kalkseifen bilden. Die Tendenz zur Bildung von unlöslichen Verbindungen ist der Grund für die Beachtung der gelösten Erdalkalien, welche zur Entstehung des Begriffs- und Theoriesystems um die Wasserhärte geführt haben.
Weiches Wasser ist vorteilhafter für Anwendungen, bei denen warmes Wasser verwendet wird, neigt jedoch beim Einsatz von Waschmitteln zu stärkerer Schaumbildung. Ruedi Arnold kennt das Problem: „Hier spielt die wasserhärteabhängige Dosierung eine grosse Rolle. Weiches Wasser braucht bedeutend weniger Waschmittel und insbesondere auch keine solchen mit Enthärterzusätzen.“
Desinfektion unerlässlich
Im Spital- und Heimbereich ist die Desinfektion der Wäsche von entscheidender Wichtigkeit, tummeln sich doch gerade in sozialen Institutionen unzählige Viren und Bakterien und eine falsche Behandlung der Wäsche kann Menschen in Gefahr bringen. Eine optimale Hygiene wird heute vorausgesetzt. Wäschereien sind verpflichtet, gewisse Textilien desinfizierend zu waschen. Problematisch wird dies allerdings bei empfindlichen Materialien, die nur bei niedrigen Temperaturen gepflegt werden dürfen.
„Als hygienische Behandlung von nassreinigungsfähigen Textilien (Oberbekleidung, Decken, Oberbetten und Wollartikel) sowie für die bewohnerbezogene Wäsche im Alten- und Pflegebereich steht das zertifizierte Oldopal-Sept-Verfahren zur Verfügung. Dieses chemothermische Einbadverfahren gewährleistet für derart waschsensible Textilien eine Hygienesicherheit bereits bei 40 °C“, erklärt Ruedi Arnold. „Die Methode kombiniert die herausragende Waschleistung mit einer schonenden Desinfektion im leicht sauren pH-Bereich.“ Das Verfahren beruht auf zwei Flüssigkomponenten: dem Desinfektionsmittel (Sept PES konz.) und dem Spezial-Nassreinigungsmittel (Oldopal Sept). Für höhere Temperaturbereiche (60 °C), wo kein saures Milieu Voraussetzung ist, kann auch das zertifizierte Verfahren mit Ozerna BME Anwendung finden.
Hygiene im gesamten Wäschereibereich
Die Chemie AG erarbeitet mit ihren Kunden Hygienekonzepte, die sämtliche Aspekte einer einwandfreien Wäschebehandlung einbeziehen. Diese Konzepte sind allerdings nur vertretbar, wenn das gesamte Umfeld der Wäscherei einbezogen ist. Arbeitsbereich, Geräte- und Personalhygiene sind daher drei wichtige Punkte des Hygieneplans. „Fussböden des Arbeitsbereiches müssen zwingend mit einem Flächendesinfektionsmittel behandelt werden“, unterstreicht Ruedi Arnold. „Bei der Waschmaschine müssen Waschmitteleinspülkästen und Dosiersysteme täglich kontrolliert werden. Hinzu kommt die Reinigung der Maschine mit einem Flächendesinfektionsmittel“, ergänzt der Fachmann. Auch Arbeitsbekleidung, Schutzhandschuhe und Händedesinfektion spielen im Hygieneplan eine wichtige Rolle.
Das Thema Nachhaltigkeit ist auch beim Waschen allgegenwärtig. So sind es nicht nur die Produkte, bei welchen darauf geachtet wird, dass die Zusätze die Umwelt nicht zu stark belasten und insbesondere innert nützlicher Frist abbaubar sind. Auch im Bereich der Verpackungen der Waschchemikalien wird – wann immer möglich – die Kombiverpackung Cubitainer (eine Kombination bestehend aus einer Karton-Umverpackung mit einem Polyäthylen-Inliner) eingesetzt, welche massiv zur Reduktion von Plastikabfall beiträgt.
Elisabeth Meyer | mopSchweiz@rationell-reinigen.ch