Aktuelles Heft 5/2012

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Reden statt denken

Heft 01/2012
 
 
Reden statt denken
großes Bild
Thomas Mayrhofer | leitender Redakteur

»Beim Lohnabschluss hat sich die Sozial-partnerschaft wieder einmal mehr bewährt und eine Lösung gebracht, mit der alle
leben können.«


Die Voraussetzungen für die Lohnverhandlungen waren für beide Seiten nicht leicht. Die Arbeitnehmervertreter hatten durch den hohen Metallerabschluss eine große Vorgabe, während die Arbeitgeber zu Recht ein schwieriges Wirtschaftsjahr 2012 erwarten und Zurückhaltung bei den Lohnforderungen einmahnten.

Die Verhandlungen hatten also schwierige Voraussetzungen und verliefen dementsprechend ruppig und langwierig in drei Runden.

Als die Arbeitgeberseite unter der Führung von Bundesberufsgruppensprecher Gerhard Komarek schon am Ende ihrer Möglichkeiten war und ein Scheitern mit allen schlechten Folgen für beide Seiten schon mehr als im Raum stand, gab sich die Arbeitnehmerseite einen Ruck, sodass ein vernünftiger Kompromiss erzielt werden konnten.

Gewinner der gelebten Sozialpartnerschaft sind beide Seiten.

Den Arbeitgebern ist gelungen, die unrealistischen Forderungen abzuwehren und wichtige Themen wie den Rahmenkollektivvertrag auf die Agenda zu bringen. Aber auch die Gewerkschaft kann sehr zufrieden sein. Eine Erhöhung deutlich über der Inflationsrate für über 90 Prozent der Mitarbeiter ist ein schöner Erfolg. Die Gewerkschaft war und ist gut beraten, die verhandlungstaktisch motivierten überhöhten Forderungen auf ein realistisches Maß zurückzunehmen.

Wieder einmal hat sich gezeigt, dass der „österreichische Weg“ mit einem zähen und langwierigen Ringen allemal noch besser ist als teure Kampfmaßnahmen in den Betrieben und auf der Straße, die allen Beteiligten unnötige Kosten und Probleme bescheren.

Ein großes Kompliment an die Verhandler auf beiden Seiten, die sich gegen die Scharfmacher in den eigenen Reihen durchgesetzt haben.

Ein erfolgreiches Jahr wünscht

Ihr Österreich-Redakteur

Thomas Mayrhofer