Aktuelles Heft 5/2012

Aktuelles Heftcover 5/2012

Services

Operation Winterdienst

Heft 1/2011
 
 

»Schneechaos in Deutschland: Private Dienstleister können wichtige Rolle beim Winterdienst übernehmen.«


Sind Sie gut durch die Vorweihnachtszeit und die Feiertage gekommen?

Oder mussten Sie auf dem Weg zu den letzten wichtigen Geschäftsterminen vor Weihnachten, beim Antritt des wohlverdienten Weihnachtsurlaubs oder auf der Fahrt zu Freunden und Verwandten stundenlange Verzögerungen in Kauf nehmen?

Reiseaktivitäten in den letzten Wochen hatten ein bisschen was von Abenteuerreisen an sich. Bundesweit blieben Autos oder Lastwagen in den Schneemassen stecken, Fahrer mussten stundenlang in klirrender Kälte auf Autobahnen auf Hilfe warten. Technisches Hilfswerk und Feuerwehren hatten alle Hände voll zu tun, um Pkw-Fahrer und Trucker zu versorgen. Die Nerven, nicht nur bei den Reisenden, lagen blank, die Suche nach den Schuldigen beschäftigt Betroffene, Verantwortliche in Bund, Ländern und Gemeinden und natürlich auch die Medien.

Europaweiter Engpass bei Taumitteln, Spardiktat der Logistikbranche, zu eng getaktete Flugpläne, unzulänglich ausgestattete Züge – die (vermeintlich) Schuldigen sind schnell ausgemacht. Das Ausland kommentiert die Situation auch entsprechend, wie beispielsweise ein Sprecher des Flughafens in Stockholm: „Sie (die Deutschen) können sich angucken, wie wir das hier im Norden machen.“ Die Erklärung wird gleich nachgeschoben: In Stockholm gibt man einfach mehr Geld für die Schneeräumung aus. Und auch für die winterfeste Ausrüstung von Zügen: Ein Zug, der für den strengen schwedischen Winter ausgerüstet ist, kostet gut 15 Prozent mehr als ein Zug, den die Deutsche Bahn auf die Winterreise schickt.

Wie auch immer. Fakt ist, dass die Winterdienste Schwerstarbeit leisteten (und leisten): Räumfahrzeuge sind im Dauereinsatz, Mitarbeiter der Kommunen arbeiten in solchen Grenzsituationen teils bis zur Erschöpfung.

Und der eine oder andere Unternehmer kommt angesichts der chaotischen Zustände auf den Gedanken (der nächste Winter kommt bestimmt!), sein Leistungsangebot, wie von einigen Kollegen schon praktiziert, zukünftig um Winterdienste zu erweitern.

Dazu sind allerdings einige wichtige Punkte zu beachten, will man sich nicht aufs Glatt-eis begeben. Das beginnt mit der Vertragsgestaltung und detaillierten Einsatzplänen, die im Idealfall mit denen der auftraggebenden Kommune abgestimmt sind. (Lesen Sie dazu auch die Beiträge auf den Seiten 40 bis 43).

Auf keinen Fall darf vergessen werden, alle Einsätze und die Wetterverhältnisse detailliert zu dokumentieren. Denn sollte auf den Straßen, Wegen und Flächen, für die der Dienstleister zuständig ist, ein Sturz oder ein Unfall passieren, kann diese Dokumentation vor bösen finanziellen Überraschungen schützen!

Lohnen kann sich die „Operation Winterdienst“ auf jeden Fall. Und zwar für Dienstleister und Kommunen.

Ihr

Peter Hartmann