Wie war Ihr Weihnachtsfest? Gingen Lust und Frust Hand in Hand? Dann ergeht es Ihnen wie mir und den meisten Deutschen. Seltsamerweise geht es dabei um Dinge, die einem gleichzeitig Lust aber auch Frust bereiten.
Da wäre zum Beispiel der kulinarische Aspekt: Man genießt das Essen, und da es ja so gut schmeckt, genießt man noch mehr … und ärgert sich hinterher über einen weiteren „Rettungsring“, der sich um die Hüften aufgebaut hat. Aber in Zeiten lahmender Konjunktur will ja nicht nur die Lebensmittelindustrie unterstützt werden, auch die Fitnessstudios können Umsatz gebrauchen.
Oder das Thema Geschenke: Es macht mir unheimlich Spaß, wenn die zündende Idee kommt und man DAS Geschenk schlechthin für jemanden gefunden hat. Genauso viel Spaß habe ich selbstverständlich, wenn es mir als Beschenktem so ergeht – leider halten sich auch hierbei Lust und Frust allzu oft die Waage.
Und wie schön war es doch, mal wieder die komplette Familie zu treffen. Hatten Sie aber auch irgendwann einen Moment, wo Sie sich dachten: Bis zum nächsten Treffen ist es Gott sei Dank wieder ein Jahr. Ja, ja: Irgendein schlauer Kopf hat mal gesagt: „Familie ist schön – zum Betrachten auf Fotos“. So weit würde ich nicht gehen, aber manchmal kann ich seine Aussage schon nachvollziehen …
Nun denn: Wir haben wieder mal ein Weihnachtsfest hinter uns gebracht. Und mal ehrlich: So sehr ich die Stimmung auch genieße, spätestens nach dem zigsten Durchlauf von „Last Christmas“ des Schmalz-Duos „Wham!“ – und das seit nunmehr über 20 Jahren! – wünschte ich mir, das Lied wäre nie geschrieben worden: Kann man eigentlich irgendwo eine Petition einreichen, das Lied möge bitte für die nächsten 20 Jahre nicht mehr gespielt werden?! Wenn es Ihnen auch so ergangen ist, hätte ich da fürs nächste Mal ein etwas anderes „Weihnachtslied“ als Kontrastprogramm für Sie: „Mistress for Christmas“ von „AC/DC“. Sozusagen, um die Balance zu wahren.
Und überhaupt: Haben Sie mal daran gedacht, dem Winter über Weihnachten und den Jahreswechsel zu entfliehen, irgendwohin, wo es warm ist? Es ist toll, im Dezember seinen Frühstückskaffee auf der Hotelterrasse zu trinken und sich die Sonne auf den Pelz brennen zu lassen. Allerdings ist es schon seltsam, wenn man gerade – in Shorts und Kurzarmhemd – zum Swimming Pool unterwegs ist und an einem Weihnachtsbaum vorbeiläuft – Lust und Frust eben.
Jetzt mal im Ernst: Ich hoffe, dass bei Ihnen die Lust den Frust bei weitem überwogen hat, dass Sie aus Ihrem Weihnachtsurlaub gestärkt hervorgegangen sind und voller Elan wieder in den beruflichen Alltag einsteigen. Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Start ins neue Jahr und freue mich, Sie bei dem ein oder anderen Termin wiederzusehen.
Ihr
Markus J. Targiel