Die Klasse wurde in fünf Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe erhielt eine Beschichtung, um diese mit Hilfe verschiedener Verfahren auf ihre Eigenschaften zu testen. Die fünf Beschichtungen:
• Produkt A weist als Pflegekomponenten Polymere auf (nicht metallvernetzt),
• Produkt B enthält Wachse und Polymere,
• Produkt C ist eine Kunststoffdispersion,
• Produkt D enthält metallvernetzte Polymere,
• Produkt E ist eine Pflegeemulsion mit Wachsen und Polymeren.
Vor dem Projekt hatte Fachlehrer Michael Luz gemeinsam mit einigen Schülern zwei verschiedene PVC-Beläge mit fünf verschiedenen Pflegemitteln beschichtet. Jede Gruppe bekam später eine Beschichtung zugewiesen. Dabei wurden die Beschichtungen auf Glanz, Haftreibung und Trittsicherheit, chemische Entfernbarkeit, mechanische und chemische Belastbarkeit, Sanierbarkeit und Trockengewicht untersucht. An den folgenden Schultagen wurden die Daten im Theorieunterricht bei Klassenlehrerin Claudia Pfaller analysiert und die Ergebnisse mit Hilfe von Plakaten oder Overheadfolien den Schülern und den beiden Lehrern präsentiert.
Glanz, Haftreibung und Trittsicherheit
Amir Saad, Burak Orhan und Can Gökcimen: Ein Teil der Beschichtung wurde in drei Bereiche aufgeteilt. Sie wurden mit einem Normalläufer, einer Poliermaschine und einer High-Speed-Maschine bearbeitet. In jedem Bereich wurden Glanz, Haftreibung und Trittsicherheit vorher und nachher gemessen.Das beste Ergebnis beim Glanz brachte Produkt C (Kunststoffdispersion). Es lag bei der Bearbeitung mit Normalläufer und High-Speed-Maschine mit Abstand und bei der Bearbeitung mit der Poliermaschine knapp vorne. Am schlechtesten schnitt Produkt A (Polymere als Pflegekomponenten) ab.Bei der Trittsicherheit war Produkt B (enthält Wachse und Polymere) der Sieger. Es gab weder mit der High-Speed- noch mit der Poliermaschine eine Veränderung. Beim Normalläufer dagegen war eine Steigerung der Trittsicherheit um 17 Prozent zu verzeichnen.In der Kategorie Haftreibung lag Mittel E (Pflegeemulsion mit Wachsen und Polymeren) vorne. Das beste Ergebnis wird erzielt, wenn man den Pflegefilm mit einer Poliermaschine bearbeitet.
Chemische Entfernbarkeit
Jenny Beulke, Mike Keifert, Kai-Uwe Fischer: Die Beschichtungen wurden mit unterschiedlichen Grundreinigern behandelt. Die Einwirkzeit betrug einmal 10 Minuten und einmal 15 Minuten. Es sollte beobachtet werden, welche Beschichtung mit welchem Grundreiniger am besten gelöst werden kann. Als Fazit lässt sich sagen, dass sich der Pflegefilm besser löst, je länger der Grundreiniger einwirken konnte. Es hat sich aber nicht jeder Grundreiniger gleich gut auf alle Beschichtungen ausgewirkt.
Empfindlichkeit gegenüber Mechanik und Chemie
Tamara Martin, Jessica Kotthaus, Jamiere Carr: Bei der mechanischen Empfindlichkeit wurde ein 25 kg schweres Eisengewicht auf ein abrasives schwarzes Pad gestellt und über den Boden gezogen. Davor und danach wurde eine Glanzmessung durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass weiche Beschichtungen am unempfindlichsten reagieren und kaum kratzempfindlich sind. Harte Beschichtungen mit einem hohen Anteil an Polymeren sind empfindlicher. Am schlechtesten schnitt Beschichtung E (Pflegeemulsion mit Wachsen und Polymeren, am besten Beschichtung C (Kunststoffdispersion) ab. Bei der Empfindlichkeit gegenüber Chemikalien wurde je ein Baumwolltuch mit Alkohol- bzw. Glanzreiniger getränkt und auf den Belag gelegt. Der Glasreiniger wurde nach zwei Minuten, der Alkoholreiniger nach 20 Minuten entfernt. Trotz der kurzen Einwirkzeit hat der Glasreiniger die Beschichtungen komplett an- bzw. aufgelöst. Der Alkoholreiniger löste nur eine Beschichtung (D, metallvernetzte Polymere) leicht an. Im Glasreiniger war vermutlich eine höhere Alkoholkonzentration enthalten als im Alkoholreiniger. Alkohol als organisches Lösemittel greift die Pflegestoffe der Beschichtungen an. Bei Arbeiten mit einem Glasreiniger in der Nähe von beschichteten Böden sollte man vorsichtig sein.
Sanierbarkeit
Patrick Enders, Julian Paquet, Tanja Heckmann, Nicole Pacia: In der Mitte des PVC-Belags wurde beim Auftragen des Pflegemittels ein kleiner Streifen frei gelassen, um die Beschichtungen auf ihre Sanierbarkeit zu testen. Angewendet wurden die trockene Pflegefilmsanierung und das Spray-Cleaner-Verfahren.
Zur trockenen Pflegefilmsanierung benötigt man ein rotes Pad und eine High-Speed-Maschine mit Absaugung. Damit wird die beschichtete Fläche angeschliffen und auspoliert. Beim Spray-Cleaner-Verfahren wird die Ultra-High-Speed-Maschine mit einem beigen Pad dazu verwendet, die Fläche nach Aufsprühen eines Cleanermittels aufzupolieren.
Keiner der Sanierungsversuche hat ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Das Spray-Cleaner-Verfahren schnitt nur bei einer Beschichtung (B, enthält Wachse und Polymere) gut ab. Die Trockensanierung ergab ebenfalls nur bei einer Beschichtung (C, Kunststoffdispersion) ein zufriedenstellendes Ergebnis. Die Methoden haben Vor- und Nachteile. Beispielsweise braucht man bei der trockenen Pflegefilmsanierung keine Chemie, dafür lassen sich im Spray-Cleaner-Verfahren aber auch Absatzstriche beseitigen.
Trockengewicht
Claus Glocker, Ralf Batz, Jacob de Benedictis: Von allen Produkten wurde das Gewicht von 10 ml im flüssigen und getrockneten Zustand ermittelt. Es fiel auf, dass Beschichtungen, die Polymere enthalten, mehr Trockenmasse ergaben als diejenigen, die außerdem noch Wachse enthalten.
Die meisten Beschichtungen ergaben nach dem Trocknen einen weich-elastischen Pflegefilm. Lediglich Beschichtung C (Kunststoffdispersion) bildete einen zäh-elastischen Film.
Projektteam Beschichtungen | heike.holland@holzmann-medien.de