Aktuelles Heft 5/2012

Aktuelles Heftcover 5/2012

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Saubere Gedanken der Putzfee

Es weht ein frischer Wind – und das ist eine Wohltat!

 

Meine Lieben, endlich ist der Trubel um die Wahlen vorbei! Na eigentlich noch nicht ganz. Hier gibt’s in diesen Tagen in Wien noch die Entscheidung über den Bundesinnungsmeister und den Berufsgruppenobmann – darüber gleich, da gibt es durchaus Freudiges zu vermelden.

Fangen wir also mal zur Abwechslung mit den freudigen Ereignissen an und nicht, wie es ja leider auch meine Aufgabe ist, mit dem Aufzeigen von Missständen.

Wien: Da hat es schon die erste Arbeitssitzung der DFGler, unter dem neuen Innungsmeister, gegeben und es wurde ein Monsterprogramm in Arbeit genommen. Manche sagen, dass neue Besen gut kehren, andere, dass es hier einen echten Reformstau gegeben hat. Na wie auch immer, es wurden sage und schreibe mehr als 23 Beschlüsse gefasst. Vom Lehrlingswesen bis zur Ausbildung und alle – man lese und wundere sich – einstimmig verabschiedet. Womit sich zeigt, dass tatsächlich die alten Zeiten vorbei sind und alle Fraktionen nun an einem Strang ziehen. Dies wird der Branche sicherlich wohltun.

NÖ: Hier hat der Landesinnungsmeister auch schon kräftig umgerührt und mit seiner Stellvertreterin und seinem Stellvertreter und seit Neuestem auch Bundesinnungsmeister der Bodenleger – die Putzfee gratuliert recht herzlich – eine neue Runde in einer Arbeitsgruppe mit dem Berufsgruppenobmann zum fairen Wettbewerb eingeläutet. Hier hat auch schon die erste Sitzung stattgefunden, wobei neben den Problemen der Gewerbeüberschreitungen durch Hausservice und Preisdumping auch Lohndumping auf der Tagesordnung stand. Hier wurde eine Studie der KMU Forschung, welche durch die Steiermark in Auftrag gegeben worden ist, breit andiskutiert. Beim nächsten Mal sollen die Verfasser der Studie umfassend Auskunft geben, da einige Parameter nicht ganz klar waren. Aber sicher ist, dass die Lohnnebenkosten fast bei 100 Prozent liegen, was bedeutet, dass dies bei einer Kalkulation zu berücksichtigen ist.

Besonders hervorzuheben und zu untersuchen wird sein, und dies hat die Landesinnungsmeister-Stellvertreterin hervorgehoben, dass aufgrund des EG-Vertrages marktbeherrschende Unternehmen ihre Stellung nicht missbrauchen dürfen, wie etwa durch Anbieten von Kampfpreisen, um Wettbewerber aus dem Markt zu drängen.

In der Steiermark ist die konstituierende Sitzung so ausgegangen, dass die Wahlsieger den Altinnungsmeister nun als 2. Innungsmeister-Stellverteter auf die Liste genommen haben und damit die Ordnung wieder hergestellt wurde.

Oberösterreich ist noch immer nicht ganz zur Ruhe gekommen – obwohl die Berufsgruppenobfrau wahrlich ein starker Zugewinn ist und wohl auch in der Bundesberufsgruppe ein gewichtiges Wort mitreden wird. Im Übrigen fand dort schon ein Branchentreff statt, wo so alles, was in Oberösterreich – in der Reinigungsbranche – Rang und Namen hat, dabei war. Neben einem Referat der Innungsmeister-Stellvertreterin von Wien, gab es auch eine schwungvolle Diskussion. Man kann sagen, es tut sich was im Land.

Tirol ist in den bewährten Händen des Innungsmeisters kräftig gewachsen und gewinnt so zweifelsohne an Bedeutung.

Das Burgenland hat einen dynamischen Unternehmer als Landesinnungsmeister, der durch seine vielschichtigen Unternehmensdienstleistungen einen guten Überblick über die burgenländische Wirtschaft hat und auch bisher Augenmaß und Weitblick bewiesen hat.

Vorarlberg hat ja auch einen neuen Innungsmeister, der als Profi in seiner Branche und aus derselben Firma kommend wie sein Vorgänger keinerlei Probleme haben wird, das ihm anvertraute Amt gut und zufriedenstellend auszuüben.

Dasselbe gilt für Salzburg, wo auch ein Wechsel in der Führung stattgefunden hat und nun ein Unternehmer mit Dienstleistungserfahrung in Gebäudereinigung und Bewachung, aber auch in EDV-Diensten und Alarmsystemen, die erste Geige spielen wird. Erfreulich ist, dass auch die Frau, die bisher die Salzburger bei den Gebäudereinigern tatkräftig vertreten hat, mit von der Partie ist, so dass Salzburg nun ein schlagkräftiges Duo an der Spitze hat, da beide auch Gebäudereiniger sind.

Nun zu den nicht nur erfreulichen Dingen – wie bereits angekündigt: Es beginnt nun bereits eine breite Diskussion über die Meisterprüfung und hier scheinen sich die Wege zu trennen.

Zwar sind sich alle einig, dass die Meisterprüfung und der Lehrstoff vereinheitlicht gehören. Auch, dass das Niveau in ganz Österreich dasselbe sein soll und dass die Lehrenden nicht auch die Prüfer sein sollen. Es gibt auch noch Konsens über die Notwendigkeit, dass die Vortragenden selbst immer auf dem letzten Stand der Technik sein sollen und dass viel viel Praxis nötig ist, um ein ordentlicher Meister zu werden – ist auch unbestritten.

Damit haben wir die Gemeinsamkeiten aber auch schon so ziemlich ausgeschöpft. Aber dann fangen schon die Differenzen an:

1. Es ist, wie mit einem Lineal gezogen, eine Trennungslinie zwischen privaten Anbietern und den Innungen. Die Privaten wollen die Innung nur auf die Prüfung beschränken, die Ausbildung aber selber machen – da kann ich nicht mit. Die Innung ist der Berufsverband und nur dort sitzen die Fachleute und die werden wohl am besten das Wissen vermitteln können, Oder?

2. Den kleinen Gewerbeschein zu streichen, wie ein privater Anbieter sich wünscht, ist sicher nicht im Interesse der Branche. Es muss eine deutliche Differenzierung zwischen voll Ausgebildeten, die aufgrund ihrer Meisterprüfung eine breite Befugnis und Verantwortung haben und daher auch mehr machen können, und den Eingeschränkten geben – immerhin sind in der Branche beide Gruppen gut vertreten. Die Abgrenzung im Bereich der Gewerbeordnung ist allerdings mitunter ein Problem, wie sich gerade bei einer Veranstaltung in NÖ gezeigt hat. Hier ist ein echter Bedarf da, die Trennlinien sauber und einheitlich zu ziehen.

3. Eine Praxis vor der Meisterprüfung ist momentan nicht wirklich vom Gesetz gefordert, aber eine sehr vernünftiger Ansatz, das Problem der fehlenden Praxis besser in den Griff zu bekommen.

4. Umbenennung des Namens: Hier sei an die Initiative des Landesinnungsmeisters aus NÖ in Klagenfurt erinnert. Nun kommt hier Unterstützung aus OÖ, das wird sicher noch diskutiert werden.

5. Lehrlingsausbildung und Wettbewerb: Hier fehlt es noch immer an der Kommunikation. Es wäre schön, wenn diese verbessert werden könnte, damit alle Innungen die Möglichkeit haben, ihre Lehrlinge zur Berufseuropameisterschaft zu entsenden. Dem Vernehmen nach soll sowieso ab nächstem Jahr ein Lehrlingswettbewerb stattfinden, damit das Auswahlverfahren transparent ist.

6. Hausbesorger-Gesetz: Hier haben die Niederösterreicher zwar schon vor vier Monaten in einem Rundschreiben bei verschiedenen Innungen nachgefragt, ob hier nicht eine einheitliche Linie aufgebaut werden sollte. Nun haben die Tiroler die Initiative übernommen und alle Landesinnungen haben einen Ansprechpartner genannt.

Nun, in Summe eine ganze Reihe von Problemen, die anstehen, aber wie geschrieben, es weht ein frischer Wind und man merkt, dass die Funktionäre wieder Spaß an der Arbeit für die Innung haben. Es ist eine echte Aufbruchstimmung vorhanden! Das ist der Garant, das nun auch etwas weitergehen wird.

Wenn Ihr Anregungen und Beschwerden habt, sendet mir diese bitte – wie immer – an meine E-Mail-Adresse: dieputzfee@gmx.at. Eure Infos werden wie immer vertraulich behandelt!

Bis zum nächsten Mal – und immer sauber bleiben! Eure Putzfee.