Mitte Dezember wurde in Lübesse (Deutschland) der von Wissenschaftlern der Hochschule Wismar in Zusammenarbeit mit Industriepartnern konzipierte Freibewitterungsversuchsstand in Betrieb genommen. Sechs nach Süden ausgerichtete Versuchsflächen mit unterschiedlichen Oberflächeneigenschaften werden von einer Flüssigkeit durchströmt und entziehen der Fassadenoberfläche Wärmeenergie. Unterkühlung, Volumenstrom und Entnahmezeiten werden mit Hilfe eines eigens konzeptionierten Mess- und Steuerungssystems so geregelt, dass übermässige Betauungen bzw. Vereisungen der Oberfläche ausgeschlossen werden.
Der Freibewitterungsversuch ist Bestandteil des dreijährigen Forschungsprojektes «biop-FS: bifunktionale opake Fassadensysteme zur Dämmung und Wärmeenergiegewinnung». Das Projekt dient der Entwicklung von energetisch aktiven Fassaden, mit deren Hilfe die Beheizung von Gebäuden durch erneuerbare Energien unterstützt werden kann. Durch Einbeziehung der opaken Aussenwandflächen in das Gesamtenergiekonzept von Gebäuden soll mit einem technisch und ökonomisch vertretbaren Aufwand ein regeneratives energetisches Potential erschlossen werden.