Weil wir gerade davon sprechen: Wann hatten Sie das letzte Mal ein „Sackgassen-Gefühl“? Das Gefühl, alles ist festgefahren, versteinert, erstarrt wie im Märchen „Dornröschen“. Im Leben, in meiner Firma, meiner Abteilung. Dazu den quälenden Wunsch nach Veränderung. Das Gefühl: Da sollte sich etwas ändern – aber was? Wie kann man sich selbst aus dem unkreativen Dornröschen-Schlaf erwecken? Da von draußen selten der rettende Prinz herbeieilt – außerdem bekanntlich erst nach 100 Jahren –, müssen wir uns selbst erwecken.
Wir liegen oft in unsichtbaren Fesseln. In Fesseln festgeschriebener Regeln. In Fesseln des „Das weiß doch jeder!“ In Fesseln des „Das haben wir schon immer so gemacht!“ Fesseln, die uns begrenzen, behindern, beschränken. Angeblich unumstößliche Regeln. Diese Regeln sind unproduktiv. Sie versperren den Zugang für Ideen und den Ausgang für Aktivitäten. Die Fesseln lassen sich sprengen. Den Sprengsatz liefert die klare Frage: „Was wäre, wenn wir diese Regel einfach nicht mehr beachten? Was wäre, wenn wir es mal anders machen?“
Herr Columbus fragte sich: „Was wäre, wenn wir immer weiter nach Westen segeln?“ Längst wissen wir, welche seit Jahrtausenden unanfechtbare Regel mit dieser Frage endgültig gesprengt wurde.
Überall – ob privat oder geschäftlich – herrschen fesselnde Regeln. Mein Tipp: Setzen Sie den Hebel an mit der Was-wäre-wenn-Frage. Was wäre, wenn wir unsere Produktpalette auf fünf Kernprodukte reduzierten? Was wäre, wenn wir die lästige Präsenzpflicht für Objektleiter am Vormittag abschafften? Was wäre, wenn unser Außendienst seine Arbeit von einem Home-Office aus erledigte? Was wäre, wenn wir unsere Arbeit permanent mit der Was-wäre-wenn-Frage von Fesseln befreien würden? Viel Spaß dabei.
Hartmut H. Wolff | praximum@t-online.de
Unternehmensberater und Elitetrainer Hartmut H. Wolff ist auf personalintensive Dienstleistungen und ihre Vermarktung spezialisiert. Führende Unternehmen der Branche schätzen seine erfolgsorientierte, praxisnahe Arbeit.