Beim Rückblick auf 2011, so kurz vor Weihnachten und dem Jahreswechsel, läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken.
Die Naturkatastrophe in Japan, die sich zur Atomkatastrophe entwickelte. Die Revolution in den arabischen Ländern und die brutale Gewalt der unbelehrbaren, machtbesessenen Herrscher gegen ihr Volk. Die Finanzkrise in Amerika, die Finanzkrise in Europa mit politischen Lösungen, deren Konsequenzen im Moment kaum jemand wirklich einschätzen kann.
Und, ganz aktuell und frisch in unseren Köpfen: Der rechte Terror in Deutschland, dessen Ausmaß erst so nach und nach und mehr zufällig aufgedeckt wird und Entsetzen und ungläubiges Staunen gleichermaßen hervorruft: Wie kann es sein, dass in unserem Land Rechtsextremisten über lange Zeit unbehelligt mehr und mehr Anhänger um sich scharen und ihr mörderisches Unwesen treiben können? Wo liegen die Gründe für diese beängstigende Entwicklung?
Darüber zerbrechen sich im Moment Politiker, Wissenschaftler und besorgte Bürger gleichermaßen den Kopf. Die Antwort lässt sicher noch auf sich warten, sie ist nicht von heute auf morgen zu finden.
Ansätze, im Kleinen etwas zu ändern, gibt es allerdings. Denn Zulauf finden die Neonazis beispielsweise unter frustrierten, von der Gesellschaft enttäuschten Jugendlichen.
Unter Schulabgängern etwa, die sich alleine gelassen fühlen. Die keine Perspektive sehen. Keine Perspektive für den arbeitslosen Vater, die von Hartz IV lebende Mutter, keine Perspektive vor allem aber für sich selbst.
Hier können und müssen wir alle ansetzen und einen kleinen Beitrag leisten, dem braunen Gesindel den Nährboden zu entziehen: Indem wir auch scheinbar schwachen Jugendlichen eine echte Chance geben, einen Beruf zu lernen. Ihnen Wege aufzeigen, aus ihrer oft vermeintlich auswegslosen Situation herauszukommen. Sie nicht fallen lassen, wenn es im Betrieb einmal Schwierigkeiten gibt, sondern gemeinsam nach Gründen und Lösungen zu suchen, ihnen wieder auf die Beine zu helfen. Und ihnen auch nach der Ausbildung eine berufliche Perspektive bieten.
Integration lautet das Stichwort. Und die war schon immer eine der Stärken des Gebäudereiniger-Handwerks. Die gilt es im Moment mehr denn je zu nutzen und damit der gesellschaftlichen Verantwortung unseres Handwerks auch zukünftig gerecht zu werden.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen, auch im Namen des gesamten rationell-
reinigen-Teams, frohe Weihnachten und ein gutes Jahr 2012.
Ihr Peter Hartmann