Massimo Mastromarino: Meine Lehrzeit hat mir gut gefallen. Anfangs war mir nicht klar, was ein Gebäudereiniger alles tun und wissen muss. Aber mit der Zeit lernt man immer mehr dazu. Man sieht viele Städte und lernt neue Menschen kennen. Als ich mitbekommen habe, dass die Schule in Metzingen ist und ich Blockunterricht habe, war ich nicht so begeistert. Man weiß nicht, wie es in so einem Wohnheim ist, ob die Leute in Ordnung sind und ob man mit ihnen klarkommt. Das ist aber kein Problem, man findet immer Freunde und braucht keine Angst davor zu haben.
Ich persönlich würde keine Lehre mehr machen, denn es ist sehr schwer mit so wenig Geld auszukommen und immer wieder von zu Hause weg zu sein. Aber dann ist es auch wieder schön, wenn man die Leute nach einiger Zeit im Blockunterricht wieder trifft. Der Lohn wird auch immer höher und die Zeit als Azubi ist bald vorbei. Ich würde die Lehre weiterempfehlen, weil sie nicht so schwer ist. Man muss nur im Unterricht aufpassen. Man erlebt viele Dinge mit den anderen Azubis und unternimmt viel mit der Klasse, bei Projekten und an Erlebnistagen.
Nach meiner Lehre arbeite ich weiter in der Gebäudereinigung. Ich übernehme die Leitung des Glasbüros. Mein Chef möchte, dass ich ein Jahr nach der Lehre noch den Meister mache.
Tim Jonas: Meine Ausbildung hat mir im Großen und Ganzen sehr gut gefallen, da ich mich weiterentwickelt und viele Leute kennengelernt habe. Ich würde die Ausbildung wieder machen, da sie sehr vielseitig ist und man sich viel bewegt. Ich persönlich könnte keine Arbeit machen, bei der ich stundenlang auf dem gleichen Fleck stehen müsste. Es gibt in jeder Ausbildung Probleme in der Schule und im Betrieb. Wenn man in einer großen Firma arbeitet, wird mehr aufs Geld als auf den Menschen geschaut. Ich kann den Beruf jedem empfehlen, der körperliche Arbeit mag und viel über verschiedene Materialien wissen möchte. Ich werde nach der Lehre vier Jahre zur Bundeswehr gehen, um danach meinen Meister in der Gebäudereinigung machen zu können. Ich möchte in dem Beruf auf jeden Fall weiterkommen.
Doreen Papen: Bis heute hat mir meine Ausbildung gut gefallen, weil es in meiner Firma drei große Schwerpunkte der Reinigung gibt: Krankenhaushygiene, Glasreinigung und Grundreinigung. Die Krankenhaushygiene ist von großer Bedeutung, denn ohne die können die Patienten nicht vollständig genesen. Sie beinhaltet viel Wissen bei der Reinigung und Feingefühl im Umgang mit den Pa-tienten. In der Glas- und Grundreinigung fühle ich mich am wohlsten. Man sieht einfach nach getaner Arbeit, was man geleistet hat.
Meine Lehre würde ich jederzeit wieder machen, weil mir meine Arbeit Spaß macht und der Beruf sehr abwechslungsreich ist. Zusätzliches Wissen kann man sich in internen und externen Schulungen aneignen. Eines der besten Dinge an der Ausbildung ist die Schulzeit. Man lernt tolle Mitschüler kennen und die Lehrkräfte bemühen sich, dir die wichtigen Dinge in Theorie und Praxis beizubringen. Das Schlimmste an der Ausbildung war für mich das Führen des Berichtsheftes, aber das muss sein. Meine Übernahmechancen stehen gut und ich werde in meinem Beruf weiterarbeiten.
Hamit Keles: Mir hat die Lehre sehr gefallen, weil ich viele verschiedene nette Leute in der Schule und bei der Arbeit kennen gelernt habe. Ich habe viel gelernt, vor allem auch, reifer zu denken durch das, was mir meine älteren Kollegen erzählt haben. Wenn ich wüsste, dass ich die gleichen Klassenkameraden und Arbeitskollegen wieder hätte, würde ich die Lehre ein zweites Mal machen. Es kommt alles auf den Umgang und das Klima an. In der Schule hatte ich keine Probleme, aber an meiner Arbeitsstelle gibt es einige Leute, die mich nicht leiden können. Aber das sind Kleinigkeiten. In der Schule fand ich es sehr schön, wir haben viele Projekte gemacht und viel unternommen. Wir sind sogar mit einem Flugzeug geflogen. Auch in unserer Freizeit haben wir Jugendlichen viel Zeit miteinander verbracht.
Ich würde die Lehre anderen Jugendlichen empfehlen. Erstens ist sie gut für die Zukunft und zweitens macht die Schule wirklich Spaß. Das erste Jahr ist etwas schwierig, aber später will man gar nicht mehr weg. Nach der Lehre möchte ich fest in meiner Firma bleiben und mich hocharbeiten. Wenn die Firma mich nicht übernimmt, mache ich eine andere Ausbildung.
Werner Rapp: Es gab in meiner Ausbildung Höhen und Tiefen, aber dass ich sie bereue oder mich alles total gelangweilt hätte, könnte ich nicht behaupten. Natürlich gab es Tage und Momente, in denen ich dachte: „Oje, schon wieder Schule!“, aber wenn ich so zurückblicke, waren das meist gemischte Gefühle. Auch wenn ich Sonntag abends keine Lust hatte, ins Wohnheim zurückzufahren, habe ich mich doch irgendwie gefreut, denn ich habe echt nette Freunde kennen gelernt. Ich habe dann einfach gelernt, denn ich musste begreifen: „Von nichts kommt nichts.“ Die Lehre hat mich ins Positive geändert, da ich gelernt habe, dass man im Leben nur weiterkommt, wenn man etwas dafür tut.
Auch wenn ich sehr viel Spaß und schöne Zeiten hatte, würde ich die Lehre nicht unbedingt noch einmal machen. Nicht jeder kommt leicht und lässig durch die Schule und die Ausbildungsvergütung spielt auch eine Rolle. Mit dem, was man in der Lehre verdient, kommt man nicht weit, vor allem, wenn man ein Auto hat. Es sind eben drei Jahre, die nicht so leicht sind, aber so ist das nun mal und da muss man durch! Ich bin froh, dass ich mich trotz allem für die Lehre entschieden habe, denn meine Arbeit macht mir sehr viel Spaß. Da wir sehr viel Lernstoff hatten und die Zeit sehr schnell vorbeiging, hatte ich ab und an Probleme, dranzubleiben. Mathe ist nicht einfach für mich und hat mir oft Schwierigkeiten bereitet. Aber jeder hat irgendwo Probleme und muss sie irgendwie meistern. Im letzten Block hatte ich einen richtigen Durchhänger, aber ich versuche jetzt, alles wieder gutzumachen. Meine Ausbildung ist im Moment das Wichtigste für mich und ich lasse mich von nichts und niemandem davon abbringen! Im Prinzip fand ich meine gesamte Ausbildung schön, denn das ist ein Lebensabschnitt, den man niemals vergisst. Ich kann die Lehre mit großer Sicherheit empfehlen, da der Beruf Zukunft hat. Und es ist heutzutage ziemlich wichtig, eine abgeschlossene Lehre zu haben. Selbst Leute mit Studium haben Schwierigkeiten, etwas zu finden, aber wenn man Geselle ist, hat man die besten Chancen. Viele Jugendliche denken auch, Gebäudereiniger ist ein schlechter Job, aber das ist er nicht. Da steckt viel mehr dahinter und man braucht sich nicht zu schämen.
Nach der Lehre werde ich den Meister machen. Ich habe großen Respekt davor, aber ich werde es schon schaffen. Man muss nur et-was dafür tun, geschenkt bekommt man nichts. Irgendwann übernehme ich den Betrieb meines Vaters. Ich habe noch viele Wünsche und Träume und dafür werde ich mich anstrengen. Ich möchte auch, dass meine Familie stolz auf mich ist, denn wenn ich alles schaffe, bin ich die dritte Generation, die den Betrieb führt.
rationell reinigen | heike.holland@holzmann-medien.de
Tim Jonas
»Ich kann den Beruf jedem empfehlen,
der körperliche Arbeit mag und viel über
verschiedene Materialien wissen möchte.«
Massimo Mastromarino
»Es ist sehr schwer, mit so wenig Geld auszukommen und immer wieder von zu Hause weg zu sein. Aber dann ist es auch wieder schön.«
Hamit Keles
»Wenn ich wüsste, dass ich die gleichen
Klassenkameraden und Kollegen wieder hätte, würde ich die Lehre ein zweites Mal machen.«
Werner Rapp
»Ich bin sehr froh, dass ich mich trotz
allem für die Lehre entschieden habe,
denn meine Arbeit macht mir sehr viel Spaß.«
Doreen Papen
»Das Schlimmste an der Ausbildung
war für mich das Führen des
Berichtsheftes. Aber das muss sein.«