Aktuelles Heft 5/2012

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Bleiben Sie sauber!

Heft 8/2010
 
 
Bleiben Sie sauber!
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Heike Holland | Redakteurin |heike.holland@holzmann-medien.de
»Handhygiene ist ein Thema geworden, über das man spricht. Doch immer noch genug Menschen halten es
für überflüssig, kostbare Zeit am Waschbecken zu vertun.«

Vor dem Essen, nach dem Essen: Hände waschen nicht vergessen! Erinnern Sie sich auch noch an diese Mahnung aus Ihrer Kindheit? Natürlich gäbe es noch viele weitere Gelegenheiten, bei denen man sinnvollerweise Wasser und Seife bemühen könnte. Zum Beispiel im Sanitärraum eines öffentlichen Schwimmbads. Alles da: Seife, Papiertücher, sogar ein Desinfektionsmittelspender. Die junge Mutter sieht nicht mal hin. Zielstrebig führt sie ihr Kleinkind aus der WC-Kabine am Waschbecken vorbei ins Freie. Händewaschen? Überflüssig. Vielleicht, weil Mutter und Kind ohnehin gleich wieder im Wasser planschen werden? Da kann man nur ungläubig hinterhergucken und seinen Gedanken nachhängen. Was Hänschen nicht lernt?

Dabei weiß heute doch eigentlich fast jedes Kind, dass Händewaschen ein Muss ist und vor allem dem Erhalt der Gesundheit dient. Das ist gewiss ein Verdienst der Aufklärung in Schulen und Kindergärten und auch Folge eines zweifellos gestiegenen Hygienebewusstseins. Spätestens seit Zeiten der Schweinegrippe ist Handhygiene ein Thema, über das man spricht. Und sogar handelt: Einer aktuellen Studie zufolge waschen sich neun von zehn Deutschen jetzt häufiger die Hände. Das hört sich erst einmal gut an, doch wie so oft steckt der Teufel im Detail. Was heißt denn schon häufiger? Oder anders gefragt: Wie viele Menschen lassen im Zweifelsfall eben doch fünfe gerade sein?

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Es ist nicht nur die Mutter mit Kleinkind, die dem Händewaschen keine besondere Bedeutung beimisst. Gucken Sie sich doch mal im Waschraum eines beliebigen Flughafens um. Auch gestresste Anzugträger streben nach strategisch wichtigen Geschäften eilig dem Ausgang zu, ohne kostbare Zeit am Waschbecken zu vertun. So berichten es zumindest die, denen Türen mit der Aufschrift Herren regulär offen stehen. Alles nur Einzelfälle?

Selbst wenn: Alle Bemühungen zu vermitteln, wie man sich ordentlich die Hände wäscht (mindestens soundso viel Sekunden einseifen etc.) laufen ins Leere, wenn es immer noch genug Menschen gibt, die – sagen wir mal freundlich – etwas wasserscheu sind. Alle sorgsam bestückten Desinfektionsmittelspender sind Dekoration, wenn kaum einer sie benutzt. Jedes Bemühen, einen Waschraum sauber und schön zu halten, ist vergebens. Oder etwa nicht?

Lassen Sie sich nicht aufs Glatteis führen. Natürlich lohnt sich jeder Einsatz für mehr Sauberkeit. Das gilt für den, der für Aufklärung sorgt, ebenso wie für den, der die Reinigung ganz praktisch übernimmt oder für die Ausstattung zuständig ist. Denn ein an-sprechend gestalteter, gut ausgestatteter und rein gehaltener Waschraum bietet immer noch mehr Anreiz, ihn seiner Bestimmung gemäß zu benutzen, als das Gegenteil. Und damit ist vermutlich schon viel gewonnen. In diesem Sinne: Bleiben Sie sauber! Mehr können Sie nicht tun.

Heike Holland