Auch wenn man aus den Resultaten deutlich herauslesen kann, dass die schriftlichen und mündlichen Prüfungen – wie auch letztes Jahr – auf einem relativ niedrigen Niveau verharren, trübte diese Tatsache die ausgelassene Stimmung nicht – im Gegenteil. Schliesslich gingen nur gerade mal sieben Lernende mit leeren Händen aus. Es mag wohl ein Phänomen der Zeit sein, dass sich die heutigen Lernenden trotz aller Umwelteinflüsse – wie etwa den vielen Medien – sowie zahlreiche Hobbys und Nebenbeschäftigungen voll und ganz im Beruf einsetzen. Deshalb konnten die meisten für die Abschlussprüfung auch etwas Gelassenheit an den Tag legen. Dies, obwohl die Ausbildung sie ganz gehörig forderte.
Denn professionelles Reinigen ist nicht mit Putzen gleichzusetzen. Die Anforderungen an die Reinigung haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Heute gilt es, durch professionelle Arbeit einen Werterhalt der Gebäude zu sichern und das allgemeine Wohlbefinden der Bewohner zu gewährleisten. Mit der dreijährigen Lehre erlernen junge Erwachsene die fachgerechte Reinigung sämtlicher Gebäudearten und deren verschiedenster Einrichtungen und erlangen ein umfassendes theoretisches und praktisches Fachwissen, das ihnen ermöglicht, auch schwierige Probleme zu lösen. Danach stehen Weiterbildungsmöglichkeiten als Gebäudereinigungsfachmann/Gebäudereinigungsfachfrau mit eidgenössischem Fachausweis, als diplomierte Gebäudereinigerin/diplomierter Gebäudereiniger HFP oder als diplomierte/r Leiter/-in Facility Management Richtung Gebäudereinigung offen.
Zum ersten Mal fand die Prüfung im Campus Sursee, dem Baumeisterzentrum, statt. Willi Stähli, Vizepräsident Allpura, erlebte die Prüfung als sehr ruhig und fair, was ihm auch die frischgebackenen Gebäudereiniger/-innen attestierten. Zuständig für das Ressort Ausbildung, richtete der Fachmann das Wort an die über 125 Anwesenden und bedankte sich bei den Lernenden, den Lehrmeistern, der Schule und den Experten: „Die Experten hatten keine leichte Aufgabe, es war überaus schwierig, die Prüfungen zu bewerten. So waren nicht nur die Lernenden gefordert, sondern auch die Experten.“ Der Inhaber der Arag Gebäudereinigungs AG ist überzeugt, dass der heutige Gebäudereiniger in der Berufswelt eine viel bessere Stellung einnimmt als noch vor einigen Jahren.
Gebäudereiniger werden immer gebraucht
Der Ressortleiter Ausbildung setzt zudem auf das Potenzial der Branche: „Nach wie vor stehen die Chancen für ausgebildete Gebäudereiniger/-innen im Markt sehr gut – im Vergleich zu anderen Branchen, die zu kämpfen haben. Alle, die ein Fähigkeitszeugnis erlangt haben, können nun ihr erlerntes Know-how einbringen und unter Beweis stellen. Sie sind das Aushängeschild der Branche.“ Willi Stähli wies die gekürten Gebäudereiniger/-innen aber auch auf den rauen Wind der Berufswelt hin: „Die reale Arbeitswelt sieht härter aus als die behütete Ausbildungssituation. Es steht eine Zeit der Bewährung bevor.“ In gleichem Atemzug wünschte er jedoch allen ein gutes Weiterkommen.
Wie auch letztes Jahr wurden diejenigen Gebäudereiniger/-innen belohnt, die eine Gesamtnote über 5 erreichten. Dieses Jahr waren es zwei Lernende, die die Gesamtnote von 5 just erzielten und mit einer bemerkenswerten Note in der Berufskunde glänzten: Leotrim Rullani aus Wohlen mit einer 5,5 in Berufskunde durfte einen Umschlag über 1.000 Franken entgegennehmen. Die Note 5,1 in Berufskunde erreichte Stefanie Mühlemann aus Zofingen, welche mit 800 Franken belohnt wurde. Beide Spitzenreiter absolvierten ihre Berufslehre bei ISS Facility Services in Zürich, wo sie auch weiterhin ihr gelerntes Wissen umsetzen können. Willi Stähli sprach den Gebäudereinigern ein grosses Kompliment aus, dass sie die Prüfung absolvierten und sich während der Prüfungen absolut korrekt und diszipliniert verhalten haben.
Elisabeth Meyer | mopSchweiz@rationell-reinigen.ch